Katalog Malerbücher und Sequenzen, FU 1989 - Holbein der Jüngere als Maler bei Karl-Ludwig Weltkunst von Sauer genannt Franziskus

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Katalog Malerbücher und Sequenzen, FU 1989

Seit meiner Ausstellung graphischer Folgen und Mappen in der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin sind sieben Jahre vergangen, in denen sich Schwerpunkte meiner Arbeit umbildeten. Einer Zäsur vergleichbar kommen grafische Mappen seither in meinem Werk nur noch selten vor. Heute dominieren Malerbücher in Form von Katalogübermalungen, also Unikaten. Daneben finden sich auch Malerbuchwerke mit geringer Auflage, zum  Beispiel die Briefe Senecas in 4 Bänden, Peter Schlemihl mit meiner Überarbeitung der Werksätze Ernst Ludwig Kirchners, oder Malerbuchwerke zu Georg Trakl.
Innerhalb dieser verschiedenen Komplexe wechselseitiger Anregung und Befruchtung, entstehen konkrete Felder räumlicher Struktur mit ihren vielfältigen Bezügen und die damit einher gehenden Überwindung kategorialen Denkens im deterministischen, gefesselten Weltbild unserer/dieser Übergangszeit mit seinen dualistischen Bildern im Denken, bleibt das Wagnis der Utopie unberührt. Räumliche, nicht lineare Ereignisse blieben bisher auf diese wenigen Felder beschränkt.
Auf dem Felde des Chaotischen, Widersinnigen, Abstrusen, Nebulösen, Determinierten, ..behandle ich so diametrale Künstlerinnen wie Kirsten Ortwed, Isolde Wawrin, Sturtevant, Hanne Darboven u. a. im Malerbuch. Menschen (Künstler) als domestizierte, denaturalisierte Wesen. Werner Hofmann spricht bezeichnenderweise in diesem Zusammenhang vom „Selbstbedienungsladen Natur", verweist damit auf deren scheinbare Beliebigkeit, die es auszumerzen gelte.
Ich bin Natur, durchaus auch dienende Natur und favorisiere damit in besonderer Weise meine Hinwendung zur lebendigen Anschauung in Sensibilität und Würde.
Heinz Höfchen spricht im Vorwort zu meinem Katalog Buchkunst von 1993, von quasi addierten Seinszuständen einer zielgerichteten Potenz also. Seine Sicht auf mein Werk bleibt allerdings mit dieser unwissenschaftlichen Behauptung an der Oberfläche. Es ist obligatorisch, dass alle Erscheinungen räumlich präsent sind und zwar auch dort, wo diese sich dem Blick entziehen.

 
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